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07.04.2016

Landtaganfrage zur Vorbereitung von Flüchtlingen auf Schule und Beruf

Das Kultusministerium äußerte sich dieser Tage gegenüber dem Landtag auf Anfrage ausführlich zur Vorbereitung von Flüchtlingen auf Schule und Beruf. Wir haben wesentliche Aussagen zusammengefasst.

Rundschreiben  R 27082/2016 [PDF: 251 KB]  vom 05.04.2016

  • Wir verweisen insbesondere auf folgende ministerielle Aussagen:Im allgemein bildenden Schulbereich kann in Baden-Württemberg aktuell jeder junge Flüchtling zeitnah mit einem Schulplatz versorgt werden. Im Bereich der beruflichen Schulen ist die Situation in den einzelnen Stadt- und Landkreisen sehr unterschiedlich. Aufgrund von z. T. kurzfristigen Zuteilungen von Flüchtlingen an die Kommunen kann es an einzelnen Schulstandorten einige Tage bis wenige Wochen dauern, bis ein Jugendlicher mit einem Schulplatz versorgt werden kann.

  • Die durchschnittliche Klassengröße öffentlicher VKL und VABO-Klassen in Baden-Württemberg ist nur geringfügig angestiegen und liegt nach wie vor weit unterhalb des eigentlichen Klassenteilers von 24 Schülerinnen und Schülern.

  • Das Kultusministerium hat mit Blick auf die flächendeckende und bedarfsgerechte Einrichtung von VKL an allgemein bildenden Schulen und VABO-Klassen an beruflichen Schulen des Landes seit Beginn des Schuljahres 2014/2015 zusätzlich Personalressourcen im Umfang von 1.162 Deputaten geschaffen. Derzeit (Stand 20. Februar 2016) sind ca. 2.220 VKL bzw. VABO-Klassen im allgemein bildenden bzw. beruflichen Bereich eingerichtet. Entsprechend der zunehmenden Nachfrage an Plätzen an den Schulen wird das Angebot an VKL und VABO-Klassen sukzessive auch unterjährig ausgeweitet.

  • Grundsätzlich ist es das Ziel, dass die Kinder und Jugendlichen so schnell wie möglich am regulären Schulunterricht teilnehmen können – auch um ihnen die Chance zu geben, möglichst bald Teil eines festen Klassenverbandes zu werden. Im allgemein bildenden Bereich ist die Teilnahme an einzelnen Fächern des Regelunterrichts, vor allem in den Fächern und Fächerverbünden des musisch-technischen Bereichs, jederzeit möglich.

  • Im beruflichen Bereich wird in den VABO-Klassen der Spracherwerb mit der Vermittlung erster beruflicher Vorkenntnisse verbunden. Der Erwerb von Deutschkenntnissen ist generelles Unterrichtsprinzip in allen Fächern der VABO-Klassen. Im Anschluss an das VABO können die Flüchtlinge das reguläre VAB (Vorbereitungsjahr Ausbildung/Beruf) zur weiteren Ausbildungsvorbereitung und zum Erwerb eines dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Bildungsstandes besuchen.

  • Für VKL an Grundschulen, Hauptschulen, Werkrealschulen und Gemeinschaftsschulen sowie für VABO-Klassen an beruflichen Schulen stellen die im Organisationserlass angegebenen Mindestschülerzahlen und Klassenteiler lediglich Richtwerte für die Bedarfsplanung dar, von denen bei einer zu erwartenden Zunahme der Schülerzahl abgewichen werden kann. Allgemein bildende Schularten erhalten für VKL und berufliche Schulen für VABO-Klassen zusätzliche Lehrerwochenstunden. Im Rahmen ihrer zugewiesenen Budgets können die Schulen bei Bedarf auch im laufenden Schuljahr Ressourcen umschichten, wenn Schülerinnen und Schüler aus den VKL/VABO-Klassen in Regelklassen wechseln. Zudem können die Schulaufsichtsbehörden schon während der Bedarfsplanung die örtlichen schulischen Besonderheiten berücksichtigen.

  • Grundsätzlich sind alle Schularten in der Lage, in geeigneter Weise die Schüle-rinnen und Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache in den Regelklassen zu fördern.

  • Mit dem Ausbau der Ganztagsgrundschule zielt die Landesregierung zudem auf eine Verbesserung der Bildungschancen und Lernleistungen. Es ist zu erwarten, dass die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien in den Regelklassen von Schulen mit Ganztagsangebot zur besseren Integration beiträgt.

  • Die Landesregierung hat Ende des Jahres 2015 im 2. Nachtrag zum Staatshaushaltsplan 2015/2016 zusätzlich 600 Stellen für die Beschulung von Flüchtlingskindern und jugendlichen Flüchtlingen geschaffen. Mit diesen Stellen, die seit dem 1. Dezember 2015 zur Verfügung stehen, können die derzeitigen Bedarfe abgedeckt werden.

  • Das Kultusministerium wirbt an zentraler Stelle des Internetportals www.lobw.de um Lehrkräfte für die Beschulung von Flüchtlingskindern und jugendlichen Flüchtlingen.

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